|
Als Eva Brandt als ganz junges Mädchen die Handarbeitsschule besuchte, um nähen zu lernen, begegnete ihr jemand, der entscheidend dafür war, dass sie später die Keramik als Ausdrucksmittel wählte. Die Keramikerin Grethe Westh unterrichtete im Wahlfach Keramik. Hier lernte Eva Brandt japanische Keramik kennen, die sich durch hochentwickelte Ästhetik, Schlichtheit und straffe Formen auszeichnet. „Ich hatte sozusagen eine Erleuchtung und wusste sofort, dass ich mich auf die Keramik konzentrieren musste“, erzählt Eva Brandt. Sie besuchte die Schule für Gebrauchskunst, machte ein Praktikum bei Hjorths Fabrik und hat seit zehn Jahren eine eigene Werkstatt. Noch heute spiegelt sich die japanische Schlichtheit und der Sinn für Ästhetik in ihren Schalen und Krügen wider. Eindrücke von Studienreisen u.a. nach Mexiko, Südamerika und Indien schlagen sich unverkennbar als ewige Inspirationsquellen nieder. Natur, Luft, Wasser, Licht und Erde sind wichtige Elemente im Arbeitsprozess, aber auch die tiefe Ruhe, die sie durch Meditation gewinnt, scheint in ihren Arbeiten durch. Das Gefühl friedvoller Freude, sich über den Alltag zu erheben, sinnliche Erfahrungen, Sorgfalt und Leben werden in Farben und Formen ihrer Keramik umgesetzt. „Ich stelle bei jeder neuen Schale eingehende Überlegungen zu Form, Farbe und Ausdruck an. Mein Traum ist, weiterhin das tun zu können, was mir am Herzen liegt.” Eva Brandts Produktion besteht aus Unikaten, handgedrehten und modellierten Schalen und Krügen. Die großen Schalen werden im Laufe vieler Tage modelliert, während die kleineren Arbeiten auf einer Töpferscheibe mit Fußantrieb sehr dünn gedreht werden. Die Materialien reichen von sehr groben Tontypen bis hin zu den allerfeinsten, und die Farben werden in vielen Schichten aufgetragen, um Tiefe und Transparenz zu erzielen. Oft wird die Oberfläche vorher geschabt oder geritzt, um mehr Spiel in die Farbnuancen einzubringen.
|