| Clement Valentin Ceramics |
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Eine kalte Oberfläche ist nicht Gert Valentin Haugbøls Sache. Er will tiefer vordringen und Strukturen und Zusammenhänge erkunden, die vielleicht nicht unmittelbar ins Auge fallen, dafür jedoch zeitlos sind. Dies gilt auf der menschlichen Ebene, wo wir nach seiner Meinung zu sehr dazu neigen, uns schnell ein Bild voneinander zu machen, ohne bis zum Inneren und Wesentlichen vorzudringen – und nicht zuletzt auch für seinen Ansatz als Keramiker. Seine Schalen laden zu genauerem Studium ein, und wenn man aus der Nähe auf Entdeckungsreise geht, erwartet einen eine Überraschung. Gert Valentin Haugbøl wendet viel Zeit für seine Unika-Schalen auf, die von den Details in der Natur inspiriert sind: Samenkapseln, Muschelschalen, Konchylien, Linien am Strand. Seine Inspiration stammt jedoch auch aus dem zwischenmenschlichen Dialog im Alltag. Typisch für seinen Zugang ist, dass es ihm nicht reicht festzustellen, dass z.B. eine Konchylie ihn inspiriert. Er versucht herauszufinden warum, indem er sie zeichnet und sich langsam dem eigentlich Interessanten nähert. Wenn Gert Valentin Haugbøl sich an die Drehscheibe setzt, versucht er, den intellektuellen Zugang zu den Dingen im Zaum zu halten und stattdessen offen zu bleiben für die Möglichkeiten, die sich bei der Arbeit mit dem Ton spontan ergeben. »Es ist ein bewusstes Spiel. Ich finde es wichtig, dass der Ton seinen eigenen unverwechselbaren Charakter zeigen darf«, sagt er. Dies ist einer der Gründe, dass er häufig mit Salzbrand arbeitet. »Beim Salzbrand kommen die Einzelheiten gut zum Tragen, die ich durch den offenen und bewussten Arbeitsprozess erziele.« Und wenn seine Arbeiten einen hintergründigen, etwas „schrägen“ Ausdruck bekommen, so passt das gut zu seinem Verständnis der Welt und ihrer Zusammenhänge. In der Schule hatte Gert Valentin Haugbøl einen Klassenkameraden, dessen Vater Keramiker war, was ihn sehr faszinierte. Nichtsdestoweniger lernte er zunächst Koch und später Lebensmitteltechniker. Diese Voraussetzungen nutzte er, als er sich dann für die Keramik entschied. »Ich besitze besondere Voraussetzungen, um das ganze Szenarium und die Stimmung bei einer Mahlzeit zum Tragen zu bringen. Durch meine Services und Gebrauchsgegenstände versuche ich, den Charakter der Mahlzeit zu unterstreichen.« Gert Valentin Haugbøl benutzt insbesondere golden-orange, blaugraue und oft grüne und himmelblaue Nuancen. 1998 besuchte er die Kunsthochschule Torstedlund, wo er sich die Voraussetzungen für die Aufnahme an der Glas- und Keramikschule Bornholm aneignete. Hier beendete er seine Ausbildung im Sommer 2003. Zwischendurch war er in Australien, Schottland und England, um zu studieren, was sich in der Keramik tut. »Ich halte es für wichtig, so viel wie möglich zu sehen – und zwar sowohl Dinge, die einem gefallen, als auch solche, die einem nicht gefallen, und danach für sich selbst zu definieren: Warum? Auf diese Weise findet man zu seinem eigenen Ausdruck, der sich ständig ändern kann. Das ist ein lebenslanger Prozess.« Gert Valentin Haugbøl wuchs in Nordseeland auf, aber nach den Jahren auf Bornholm möchte er die Insel nicht mehr missen. »Ich kann ohne die Felsen, das Wasser, den Wald und die Ruhe nicht leben.« |










