| Per Suntum |
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Kaum zu glauben! Wie Per Suntum zu seinem Beruf als Goldschmied kam, ist eine höchst ungewöhnliche Geschichte. Lachend weigert er sich, sie zu erzählen. Das hört sich zu verrückt an, meint er. Aber dann rückt er doch damit heraus: As Junge sollte er eine Lehre als Buchhändler anfangen, aber eines Tages – er war 15-16 Jahre alt – schickte ihn seine Mutter zum Nachbarn, einem Goldschmied, um einige reparierte Schmuckstücke abzuholen. Und in dem Augenblick, als der Nachbar die Tür öffnete, hörte der Junge eine himmlische Stimme. »Eine wunderschöne, sanfte und angenehme Stimme sagte: ‘Du sollst Goldschmied werden’,« berichtet Per Suntum. Und noch heute, viele Jahre später, erzählt er diese Geschichte voller Verwunderung. Denn er hörte weder seine eigene Stimme noch die des Nachbarn. Wieder zu Hause, erzählte er seinen Eltern davon, denen vor Überraschung der Mund offen blieb, aber Per Suntum bekam eine Lehrstelle bei Hans Hansen in Kolding und wurde später Goldschmied mit Silbermedaille für sein Gesellenstück. In den folgenden Jahren reiste er viel – „es war ja in den 60er Jahren“ – gepackt von Fernweh. Er war mehrmals in Irland, wo er als Goldschmied arbeitete. Er war in Marokko – und vor allem in Indien. Jahrelang pendelte er zwischen Dänemark, wo er kurzfristig arbeitete, und einem Yogi im Himalaja, bei dem er wohnte und studierte. 12 Jahre lang übte er seinen Beruf nicht aus. Allmählich jedoch verlor er den Glauben an sein indisches Projekt und dachte: »Was nun?« - und dann: »Schließlich bin ich ja Goldschmied!« Er machte einen Fortbildungslehrgang an der Goldschmiedehochschule in Kopenhagen (heute Institut für Edelmetall), den er 1985 abschloss. Danach arbeitete er in seiner eigenen Werkstatt in Kopenhagen und verkaufte seinen Schmuck an Schmuckgalerien und Private. Als er 1994 das dreijährige Arbeitsstipendium des Staatlichen Kunstfonds erhielt, eröffnete er einen Laden in der Gothersgade gegenüber von Schloss Rosenborg in Kopenhagen, den er jedoch 2001 wieder aufgab. »Ich war völlig allein, musste alles selbst erledigen und war ständig gefordert. Das erstickte meine Kreativität.« Aber als er seinen Laden aufgab, gab sein Bank ihn auf, und bald hatte er das Gefühl, dass sich viele Türen schlossen. Ein alter Freund war nach Sandvig gezogen. Per Suntum besuchte ihn und schaute bei dieser Gelegenheit bei dem alten – und bekannten - Silberschmied Mogens Bjørn-Andersen etwas südlich von Tejn vorbei. Er hatte seine Werkstatt der Glas- und Keramikschule geschenkt, wo sie leer stand. Jens Lau von der Schule sagte, dass Suntum herzlich willkommen sei, dort zu arbeiten, wohnen könne er im Svanekegården, und als Suntum gleichzeitig erfuhr, dass die Goldschmiedezunft ihm ein Stipendium zuerkannt hatte – alle drei Dinge geschahen am selben Tag, nämlich seinem Geburtstag – war das für ihn ein Wink des Schicksals: »Ich muss nach Bornholm!« Das war im April 2002. Im Winter 2003 nahm er eine Auszeit von seiner Arbeit als Goldschmied und verbrachte fünf Monate an der Hochschule Bornholm mit Graphik und Malerei. Gleichzeitig suchte er nach einem Haus, wo er sich niederlassen konnte – und fand es schließlich in Tejn. Er unterschrieb einen Vorvertrag und fuhr mit dem Bus nach Hause, voller Bekümmerungen vor seinem Gespräch mit der Bank, als er erneut einen Wink mit dem Zaunpfahl erhielt: einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er eine lebenslange staatliche Leistung erhalten habe. »Da standen mir die Tränen in den Augen,« berichtet er. Er bekam sein Haus, und heute steht Per Suntums Leben wieder im Zeichen der Goldschmiedekunst und des Schmucks. Und wie arbeitet er nun? Er sagt: »Die Grundlage meiner Arbeit mit Schmuck ist der glückliche Moment der Begegnung der Menschen mit dem Material, wenn das Ziel die Seele zum Ausdruck bringt.« So hat er es einmal in einem Büchlein formuliert, in dem er seine Arbeit beschreibt – und was das konkret bedeutet, sieht man, wenn man sich die Bilder hier auf der Homepage ansieht. |










